Über Umdenken, nachmachen und weitermachen wie bisher
12. November 2007 von Christof HintzeEs scheint nicht in der Natur des Menschen zu liegen, für einen besseren Weg sein Handeln schnell zu verändern. Egal wie gut oder von Vorteil etwas ist, er folgt erst, wenn möglichst viele bis alle der Veränderung folgen.
Als AIDS aufkam, war Safersex die beste und einzige Möglichkeit, sich nicht nur zu schützen, sondern sein Leben zu retten. Es dauert bis heute an, die Menschen davon zu überzeugen. Somit zieht man sogar den Tod der Veränderung in vielen Fällen vor. Beim Anschnallen im Auto ist das nicht anders. Gurtmuffel ziehen schwere Körperverletzungen bis hin zum Tod dem Anlegen eines Gurtes vor. Die Trägheit von der Idee zum umdenken bis zum handeln ist endlos.
Rauchen. Trinken. Stress. Die Wirtschaft kann sich auf diese Trägheit verlassen. Der Rest der Gesellschaft auch. Auch wenn der Vorteil von großem Nutzen ist, so ist die Wandlungsfähigkeit mit einem geistigen Schneckentempo zu vergleichen. Wenn morgen jemand beweisen würde, dass Handys in Verbindung mit Headset in deutlich vermehrter Häufigkeit, also signifikant, zu Krebs führt, muss die Industrie nicht bangen. Es würden Jahre über Jahre vergehen, bis das Produkt das Weite sucht.
Die Gewohnheit in Beziehungen und Partnerschaften, einer der schönsten Errungenschaften, denn diese bringt Klarheit und Ruhe. Diese kann man nur über einen langen Zeitraum erzielen, deshalb kommen nur noch so wenige in den positiven Genuss der nützlichen Gewohnheit. Hat sich auch auf andere Felder verlagert.
Das Verlangen nach Gewohnheit legt sich wie ein bleiernes Tuch über alles andere, was man mit Gewohnheiten besser nicht in Verbindung bringen sollte. Die Natur sucht sich immer ihren Weg und ihr ist es dabei ziemlich gleichgültig, ob dieser für das Individuum ein guter oder ein schlechter ist. Die Evolution wird das schon richten.
Bedenklich, wenn man bedenkt, für wie intelligent wir uns halten, mit welcher Selbstsicherheit wir unser Leben bewusst leben. Die Veränderung braucht also Zeit. Und die darauf hoffen, müssen Geduld mitbringen. Sonst wird das nichts.
Warum erzähle ich euch das? Ganz einfach, mit myWhitelist verhält es sich ebenso. Einigen wenigen ist der altruistische Ansatz sofort klar. Und sie wissen auch um die starke positive Wirkung. Aber das Bewusstsein danach zu handeln, lässt auf sich warten.
Wir üben uns somit in Geduld. Denn, wenn langsam immer mehr verstehen, dass die reine Selbstdarstellung nur vereinzelt, selten bis gar nicht zum gewünschten Ziel führt, sondern nur die Eitelkeit befriedigt, Zeit und Geld kostet, unerwünschte Bekanntschaften mit sich bringt und in der wenigen Zeit, die uns bleibt, diese kostbare auch noch auffrisst, dann wird das Bewusstsein, allmählich, Zug um Zug, dahinterkommen, dass es eines anderen Weges bedarf. Und dass es einen anderen gibt. Aber erst, wenn alle darauf- und dahintergekommen sind.

Am 20. November 2007 um 14:08 Uhr
So schön klar habe ich es selten gelesen.
Danke.
Am 20. November 2007 um 14:39 Uhr
Danke, habe ich doch gern gemacht